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Schluss mit dem Hass auf Comic Sans

Wer die Schriftart Comic Sans verwendet, gilt im Netz als “doof und naiv”.

Vielleicht ist das so, vielleicht auch nicht. Und nun kann sich jeder raussuchen ob damit der Teil, dass die Comic-Sans-Verwender doof und naiv sind, gemeint ist. Oder der Teil, dass “im Netz gilt”. Was bedeuten würde, dass der Hass gegen Comic-Sans recht weit verbreitet ist.

Wobei ich nicht glaube, dass es sehr viele Menschen sind die Comic-Sans scheisse finden. Es mag schon sein, dass es eine ganze Menge Designer gibt die diese Meinung teilen. Allerdings sind Designer auch die Menschen die uns mit Flash-Intro’s beglückt haben. Und rie­sen­gro­ßen Bildern die einer Webseite “vor­ge­schal­tet” sind. Außerdem brauchen auch im Jahre des Herrn 2017 manche Designer 18 Schriften und viele Hundert Kilobyte Daten um irgendwas mit viel Ausdruck zu erschaffen. Vielleicht deshalb, weil ohne die vielen Spie­le­rei­en nicht besonders viel vom “Ausdruck” üb­rig­bleibt. Oder so.

Comic Sans hilft Leg­as­the­ni­kern beim Lesen. Das jedenfalls ist der Schwer­punkt im verlinkten Artikel bei der Süd­deut­schen.

Generell gilt bei Schrift­ar­ten: Je kleiner die Abstände zwischen Zeichen und Wörtern sind, desto schwerer tun sich Leg­as­the­ni­ker damit. Serifen stören ebenfalls - die kleinen Haken an den Buchstaben gibt es in vielen Schrift­ar­ten. Wichtig ist für Betroffene auch, einzelne Buchstaben gut un­ter­schei­den zu können. In vielen Schrift­ar­ten ist das kleine "d" zum Beispiel eine Spiegelung des kleinen "b". Manchmal ähnelt das große "A" der "4", oder ein kleines "g" sieht aus wie ein um­ge­dreh­tes "k". Den Un­ter­schied zwischen einem kleinen "l" und einem großen "I" können selbst Menschen ohne Le­se­schwä­che oft nicht erkennen.

Lesbarkeit hier im Blog ist mir wichtig. Allerdings ist die Lesbarkeit nicht der einzige Grund dafür, dass ich Comic-Sans in die Liste der ver­wen­de­ten Schrift­ar­ten mit auf­ge­nom­men habe. Wichtiger ist vielleicht der Teil, dass es mich einen Scheiß in­ter­es­siert was die Spe­zia­lis­ten dazu meinen. Mir gefällt’s. Und vielleicht ist für Sie auch einen kleine und in­ter­es­san­te Übung sich nicht immer der Meinung von Anderen anzupassen. Machen Sie was eigenes.

Link

Vermutlich gibt es unzählige Artikel von “Spe­zia­lis­ten” die über Comic Sans herziehen. Nu: mir gefällt Comic Sans. Und ich lasse mich, meistens, von der Meinung selbst­erwähl­ter Spe­zia­lis­ten nicht sonderlich be­ein­dru­cken.

Ein' hab ich noch. Aus dem Jahre des Herrn 2013: Sci­en­ce­B­logs.

Und das ist die Meinung des Comic Sans Ent­wick­lers


The Stupidity of Crowds

[..] On the other hand, asking a large number of people to make a YES/NO decision on something they scarcely comprehend is like having a hundred school children who have just finished dissecting a frog collec­tive­ly decide the best way to handle a triple bypass operation. That is to say, when the question requires expertise to answer, widening the circle reduces the collective wisdom of the group. This is one element of what I call the Stupidity of Crowds. [..]

In­ter­es­san­te Ge­dan­ken­gän­ge im Artikel. Was nicht ganz so positiv ist:



The Distribution of Computer Skills are Worse Than You Think

One of usa­bi­li­ty­’s most hard-earned lessons is that you are not the user. This is why it’s a disaster to guess at the users’ needs. Since designers are so different from the majority of the target audience, it’s not just irrelevant what you like or what you think is easy to use — it’s often misleading to rely on such personal pre­fe­ren­ces.

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