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was die welt (nicht) bewegt

In meine Strohhütte regnet es nicht hinein, in deine schon

[..] Die So­zi­al­psy­cho­lo­gie kennt eine einfache Methode, mit der sich nahezu jeder Mensch in nahezu jeder Situation gleich ein bisschen besser fühlen kann.

Diese Methode heißt, wenig elegant, ab­wärts­ge­rich­te­ter sozialer Vergleich.

Es wirkt auf Menschen belohnend, auf andere her­ab­zu­bli­cken. Das ist kein schöner Wesenszug, aber in be­stimm­ten, klar um­grenz­ten Bereichen ein durchaus ziel­füh­ren­der: In meine Stroh­hüt­te regnet es nicht hinein, in deine schon. Auf meinem Feld wächst mehr Weizen, meine Kühe sind fetter als deine - das waren viele Jahr­tau­sen­de lang durchaus sinnvolle Kriterien für Erfolg. Und sinnvolle Mo­ti­va­to­ren für die Un­ter­le­ge­nen, doch endlich mal das Dach zu flicken oder viel­leicht vor der Aussaat doch auch mal das Feld zu pflügen. Der ganze Ka­pi­ta­lis­mus von heute funk­tio­niert nur, weil ab­wärts­ge­rich­te­ter sozialer Vergleich - mein Erfolg, dein Miss­er­folg - ein so ef­fek­ti­ver Motivator ist. [..]

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